Kleine Großsiedlungen, große Bedeutung

Die Wohnungsfrage stellt sich in Thüringen von Ort zu Ort anders. Während in manchen Städten zusätzlicher Wohnraum gebraucht wird, müssen Unternehmen in anderen Regionen auf Bevölkerungsrückgang und Leerstand reagieren. Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Quartiere in kleinen Städten und im ländlichen Raum.

Die neue Untersuchung des Kompetenzzentrums Großsiedlungen auf Impuls und in enger Kooperation mit dem vtw rückt die „kleinen Großsiedlungen“ in den Mittelpunkt. Sie betrachtet 30 Beispiele aus den ostdeutschen Ländern, darunter sechs aus Thüringen. Diese Quartiere sind für die Versorgung mit Mietwohnungen oft wichtiger, als ihre Bezeichnung vermuten lässt. Zugleich stellen sich Fragen nach altersgerechtem Wohnen, einem guten Wohnumfeld, passenden Angeboten im Quartier und der wirtschaftlich tragbaren Erneuerung der Gebäude.

Für Thüringen ist das ein zentrales Thema. Wie in der aktualisierten vtw-Publikation zum ländlichen Raum deutlich wird, liegen rund sieben von zehn Wohnungen der dort betrachteten Mitgliedsunternehmen außerhalb von Erfurt, Weimar und Jena. Wohnungsunternehmen tragen hier zur Entwicklung ganzer Städte und Gemeinden bei. Ihre Entscheidungen über Modernisierung, Neubau oder Umgestaltung beeinflussen weit mehr als einzelne Häuser.

Die Beispiele aus den kleinen Großsiedlungen zeigen, warum Lösungen zu den Bedingungen vor Ort passen müssen. Diese Position vertritt der vtw auch gemeinsam mit anderen mitteldeutschen Verbänden: In ihrer Pressemitteilung zu Wohnraum und Quartieren fordern sie, die unterschiedlichen Ausgangslagen in Stadt und Land bei politischen Entscheidungen und Förderprogrammen zu berücksichtigen. Die Erfahrungen der Unternehmen vor Ort müssen dabei Gehör finden.

Broschüre "Kleine Großsiedlungen in kleinen Städten und im ländlichen Raum" zum downloaden.